Cites

Was bedeutet CITES

Cites steht für Convention on the International Trade in Endangered Species, dem Übereinkommen zum internationalen Handel von bedrohten Arten, welches am 3. März 1973 in Washington von 21 Staaten unterschrieben wurde.

In Kraft getreten ist es am 1. Juli 1975. Seither sind nun mehr als 150 Staaten, dabei auch Deutschland, beigetreten. Geläufig ist auch der Begriff Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA), was seit 1976 in Deutschland die Grundlage für den Vollzug des Artenschutz bildet.

Was ist in der CITES enthalten?

In ihr stehen alle bedrohten Arten sowie die In- und Exportbedingungen. Ziel ist es, den internationalen Handel, was die Hauptgefährdung für den Wildbestand darstellt, zu überwachen und zu beschränken. Je nach Grad der Schützbedürftigkeit werden sie in drei Anhänge aufgelistet. Für sie gelten unterschiedliche Beschränkungen und werden alle zwei Jahre auf der WA-Vertragsstaatenkonferenz aktualisiert.

Was ist für den Erfolg wichtig?

Vor allem sind hier die Mitgliedsstaaten gefragt, die für deren Einhaltung und Durchsetzung sorgen. Die Staatsgewalten müssen gegen illegale Transaktionen und Wilderein vorgehen.

Nicht nur die Regierungen sind verantwortlich, sondern auch Händler, Käufer, Halter, Züchter und Präparatoren bedrohter Tierarten.

CITES und die EU

Die Europäische Union hat seit 1984 eine Verordnung erlassen, die alle Mitgliedstaaten zur Einhaltung der WA verpflichtet. Seit dem 1. Juni 1997 gelten in der EU neue Richtlinien, z.B. die EG-Artenschutzverordnung 338/ 97, die die seit 1984 bestehende Verordnung ersetzt. Es setzt zum Teil die WA und EU-Richtlinien um. In- und Exporte gelten somit für alle Mitgliedsstaaten einheitlich. Je nach Gefährdungsgrad werden sie in vier unterschiedlichen Anhänge aufgeführt:

Anhang A

Enthält WA Anhang I – Vom Aussterben bedrohte Arten,

  • die durch den Handel beeinträchtigt werden oder

  • die nach Ansicht der EU im internationalen Handel gefragt sind,

dass jeglicher Handel das Überleben der Art gefährden würde. Fast ein fünftel der aufgelisteten Arten gehören zu den Papageienvögeln.

Der Handel, also Kauf und Verkauf, mit diesen Arten ist strengstens verboten. Eine Ausnahme könnten nur Nachzuchten aus Menschenobhut sein, die eine Ausnahmegenehmigung von der zuständigen Vollzugsbehörde erhalten haben. Diese CITES-Bescheinigung ist also für die weitere Vermarktung notwenig.

Anhang B

Enthält WA Anhang II – Arten,

  • deren Erhaltungssituation noch eine wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher Kontrolle zulässt und

  • die international in solchen Mengen gehandelt werden, die das Überleben der Art in bestimmten Ländern gefährden könnte.

Dieser Anhang umfasst alle Vertreter der Papageienvögel, außer

  • im Anhang A aufgelisteten Arten
  • Wellensittich (Melopsittacus undulatus)
  • Nymphensittich (Nymphicus hollandicus)
  • Halsbandsittich (Psittacula krameri)

Anhang C

Enthält WA Anhang III – Arten,

  • die von einer der Vertragsparteien in ihrem Hoheitsgebiet einer besonderen Regelung bedürfen

  • sowie alle anderen vom WA erfassten Arten, die nicht in den Anhängen A oder B enthalten sind.

Von den Papageienvögeln fällt nur der Halsbandsittich (Psittacula krameri) in diese Gruppe.

Anhang D

Enthält alle Arten, bei denen der Umfang der Einfuhr in die Europäische Union eine Überwachung rechtfertigt, um im Falle einer Bestandssituation in den Herkunftsländern und der ermittelten Handelszahlen strengere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese Liste wird gesetzlich bindend, sobald sie im Amtsblatt der EU veröffentlicht wird.

Sonstiges

Der Wellensittich und der Nymphensittich gelten als domestiziert und werden von der CITES nicht erfasst.

Adressen und Links die weiterhelfen:

Bundesamt für Naturschutz – Abteilung Z.3
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Telefon: 0228 84 91 443
Fax: 0228 84 91 470
E-Mail: PBox-CitesMa@BfN.de

Quellen

Stand: Juni 2002